Panorama . Konstanz

Hochbaubaustelle . Asisi Panorama . Konstanz
24.-26. Oktober 2025

WP Site Responsive Art . HTWG Konstanz . WiSe 25/26
mit Studierenden der Architektur (BA8 und MAR)
in Kooperation mit der Panorama Konstanz GmbH & Co. KG . Bauleiter Mike Vivas

Ortsbezogene Kunstwerke . Hochbaustelle Panorama


Windstriche


Antonia Amann . Annika Beier . Anna Rüger

Auf der Baustelle des Panoramaturms in Konstanz, einem Ort des Übergangs und der rohen Funktionalität, entsteht „Windstriche – der unsichtbare Künstler“. Zwischen Beton, Holzträgern und der runden Konstruktion im Zentrum des Turms entdeckten wir eine im Kontrast zu dieser Statik stehende schwarze, transparente Folie – ursprünglich um Bauteile gewickelt, ein funktionales Material ohne ästhetischen Anspruch.

Die Arbeit ist inspiriert von der Naturgewalt Wind. Eine Kraft, die allgegenwärtig ist, aber meist unsichtbar bleibt. Erst durch Bewegung, Widerstand und Reaktion wird sie wahrnehmbar. „Windstriche“ macht diese Energie sichtbar und übersetzt sie in eine räumliche Zeichnung zwischen Natur und gebautem Raum. Der Wind wird zum unsichtbaren Künstler, der das Werk fortwährend neu formt.

Zuerst experimentierten wir mit nur einem Folienstück. Die Folie erwies sich als leicht, lang und beweglich. Vom Wind erfasst, begann sie zu schweben, zu tanzen, sich fortwährend zu verändern. Ohne Motor, ohne menschliche Führung, allein durch die Kraft des Windes getragen, zeichnet sie schwarze Linien in die Luft – wie flüchtige Pinselstriche, die unvorhersehbar sind. Das Schwarz der Folie; mit Schwere und Statik assoziiert, erscheint lebendig, organisch und voller Energie. Es reagiert, widersetzt sich, gibt nach. Zufall und Intention verschränken sich: Das Material ist bewusst gewählt, doch seine Bewegung entzieht sich jeder vollständigen Kontrolle. Wir wollten eine Komposition im dreidimensionalen Raum kreieren. Deshalb wurden aus einer Folie mehrere sich verwebende Folien. Es entsteht eine Variation aus unterschiedlichen Höhen, Positionen und Folienlängen.

Die schwarzen Folien wirken wie zeichnerische Gesten im Raum: mal gespannt und kraftvoll, mal ruhig und fast schwebend. Sie schreiben keine feste Form, sondern eine Abfolge von Momenten. Mit jeder Böe verändert sich die Komposition. Begleitet wird das filigrane Spiel durch die unterschiedlichen Klänge des Windes. Die Geräusche – mal leise, mal laut – verstärken den Ausdruck der Bewegungen. Das Werk ist mit allen Sinnen erfahrbar: visuell in den sich windenden Formen, akustisch im Zusammenspiel von Wind und Folie, körperlich im Erleben des offenen Raums und der Höhe des Turms. Es ist eine temporäre Erscheinung, die nur im Moment existiert, so vergänglich wie die Windsituation selbst. So entsteht ein Dialog zwischen Natur und Architektur, zwischen Kontrolle und Loslassen, zwischen Dauerhaftigkeit und Vergänglichkeit. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Augenblick, in dem ein scheinbar bedeutungsloses Material den Raum verwandelt und die unsichtbare Kraft der Natur für kurze Zeit sichtbar macht.

WINDSTRICHE – fotografiert, geschnitten und gestaltet von Antonia Amann, Annika Beier, Anna Rüger
WINDSTRICHE – Making Of

Yellow

Angelika Grasmik



Plan B

Simon Albrecht . Martina Hermanutz . Enija Ikanivic . Mika Morhard . Maximilian Schädlich

„Plan B“ ist eine ortsbezogene Installation, die den Bauprozess als offenen, unabgeschlossenen Zustand erfahrbar macht. Zwischen Stützen, Betonflächen und verspannten Verpackungsbändern entsteht ein begehbares, provisorisches Labyrinth, das den Besucher: innen durch Umwege, Engstellen und Sackgassen führt.
Die verwendeten Materialien stammen direkt aus dem Baustellenkontext. Altes Verpackungsmaterial wird nicht kaschiert, sondern bewusst eingesetzt, um die Übergänge zwischen Planung, Ausführung und Improvisation sichtbar zu machen. Transparente und durchlässige Strukturen lassen Ziele erahnen, ohne einen eindeutigen Weg vorzugeben. Räume öffnen sich, verdichten sich wieder und verlangen körperliche Bewegung und Orientierung.
Der Weg durch die Installation führt sinnbildlich vom Entwurf am Eingang zur gebauten Realität am Ausgang. Dazwischen liegen Entscheidungen, Abweichungen und notwendige Anpassungen — jene Momente, in denen Planung auf Wirklichkeit trifft. Plan B. thematisiert damit ein grundlegendes Prinzip jeder Baustelle: Perfekte Abläufe existieren nicht. Prozesse bleiben veränderbar, fragil und abhängig von situativen Entscheidungen.


Nach dem Hochmut kommt der Fall

Markus Wintermantel

Hoch und runter, Auf und Ab, Ordnung und Chaos – zwei Tage Stopp- Motion Aufnahmen zeigen wie sich etwa hundert quadratische Bretter zu Formen zusammenfinden, in die Höhe wachsen, in sich zusammen fallen und wieder von neuen erwachsen, sinnbildlich für das Leben oder einfach nur wie das kindliche Spiel mit Bauklötzen – Die Baustelle des Panorama in Konstanz bietet die Kulisse – Nach dem Hochmut kommt der Fall.

Kurzfilm . Stopp-motion-Aufnahme . 39 sek.


Framework

David Friederich . Yannic Spitz

Das Kunstprojekt versucht, die Baustelle selbst zum Ausstellungsraum zu machen – zu Räumen des Dazwischens. So wird versucht, Orte des Übergangs, der Unvollständigkeit und des Entstehens sichtbar werden zu lassen. Statt auf fertige Ergebnisse, konzentriert man sich auf Prozesse, bei denen das Provisorische, Fragmentarische und Unfertige in den Frame gerückt und jede Öffnung zur Einladung wird, den ästhetischen Zustand neu zu betrachten.

Gerahmte Blicke und neue Perspektiven verwandelt den monolithischen Betonbau und dessen Baustelle in eine Bühne verborgener Schichten. Die Vielfalt der Öffnungen, meist technisch bedingt und später oft unsichtbar, erhält in ihrer temporären Freilegung eine besondere Bedeutung: das disproportionale Verhältnis von massiver Wand und kleinen Durchbrüchen verleiht jeder Öffnung ein unerwartet großes Gewicht, verstärkt durch Laibungstiefe, Lichtführung und den Kontrast von kaltem Grau und warmem Rot ein Spiel der Assoziationen. So entsteht eine gerahmte Fassung des Unfertigen, in der die Baustelle selbst zur Kamera, der Beton zur Leinwand und die Öffnung zum Bild wird. Eine Kunstphase innerhalb der Bauphase.


fixstern

Asel Erduman

Ich bin da.
Nicht als Stillstand,
sondern als Konstante im Raum.
Um mich herum bewegt sich alles.
Wind, Licht, Material
entscheiden,
ob ich sichtbar werde
oder verschwinde.
Meine Präsenz bleibt.
Meine Sichtbarkeit nicht.
Ich bin immer da –
sichtbar nur,
wenn das Universum es zulässt.
Die Baustelle wird zum Kosmos.
Schichten ziehen vorbei,
legen sich vor mich
oder geben mich frei.
Mein Körper funktioniert hier wie ein Tragwerk: Es trägt,
während sich alles bewegt,
bleibt konstant,
auch wenn man es nicht sieht.
Ich bin immer da –
sichtbar nur,
wenn das Universum es zulässt.
Der Raum kreist weiter,
das Licht verschiebt den Schein.
Meine Sichtbarkeit schwankt,
doch meine Präsenz bleibt rein.
Wie ein Fixstern
bleibe ich Teil dieses Systems,
konstant im Zentrum
eines bewegten Universums.
Ich bin immer da –
sichtbar nur,
wenn das Universum es zulässt.


(un)sichtbar


Christina Geser . Selina Höfler . Nicole Mistele

Zwischen Rohbau und Vollendung, zwischen Staub und Holz, entstehen unsichtbare Geschichten. Unser Kunstprojekt begibt sich auf Spurensuche – auf den Wegen der Bauarbeiter, die den Panoramaturm Konstanz errichten. Ihre Arbeit hinterlässt Rückstände: von alltäglichen Spuren des Daseins – Zigaretten, Getränke, Taschentücher – bis zu handwerklichen Fragmenten wie Schrauben, Handschuhen, technischen Markierungen oder Plänen. Dazu kommen unbeabsichtigte Zeichen: Fuß- und Reifenabdrücke, Handspuren, die sich wie ein geheimes Muster durch den Bau ziehen.
Diese Spuren erzählen von Anwesenheit und Abwesenheit, von der körperlichen Arbeit, die hinter der Architektur verschwindet. Mit blauen Rahmen werden die Fundstücke hervorgehoben – als Markierungen einer vergänglichen Präsenz. Sie erinnern daran, dass die Menschen und deren Spuren, die den Bau formen, nach der Fertigstellung meist in den Hintergrund geraten.
Die gesammelten Spuren werden den räumlichen Strukturen des Gebäudes zugeordnet und auf transparenten Planen zwischen den Stahlstützen in mehreren Schichten präsentiert. Diese Anordnung macht sichtbar, an welchen Orten Spuren sichtbar werden und sich durchs ganze Gebäude ziehen. So entsteht ein Archiv des Entstehens und Verschwindens: ein Porträt des Bauprozesses durch die Spuren seiner Akteure.


Blickpunkt

Emma Hesse . Klara Newels . Maximilian Scheer

Sterne aus Absperrband, Holz und Kreppband

Die Installation setzt sich mit Wahrnehmung, Blickführung und räumlicher Orientierung auseinander. Sie entsteht im Inneren des zukünftigen Assissi Turm, der Panoramaarbeiten beherbergen wird. Ausgangspunkt war der vorhandene Baustellenkontext sowie die dort vorgefundenen Materialien: Holz, Absperrband und Kreppband.
Aus diesen Materialien wurden drei sternförmige Strukturen in den Raum eingeschrieben. Die Formen sind jedoch nur aus einem spezifischen Blickwinkel als Sterne lesbar. Aus allen anderen Perspektiven erscheinen sie als lose verteilte Baustellenelemente und fügen sich scheinbar funktional in den Raum ein. Erst durch die gezielte Positionierung der Betrachtenden entsteht die eigentliche Arbeit – sie macht sichtbar, wie Bedeutung im Zusammenspiel von Raum, Material und Standpunkt konstruiert wird.


22 Farben für eine Fassade

Elena Podkorytova

Das Gebäude für das Asisi-Panorama in Konstanz soll nach seiner Fertigstellung mit Metall-Fassadenpaneelen in 22 unterschiedlichen Farben verkleidet werden. Eine Fassade mit 22 Farben klingt zunächst sehr spannend. Solange sich das Gebäude jedoch noch im Bau befindet und die Fassade lediglich mit einer schwarzen Folie bespannt ist, können farbliche Experimente durchgeführt werden. Geplant ist, 22 Farben auf die Fassade zu bringen, die direkt aus der Umgebung entnommen sind.
Was prägt diese Umgebung am stärksten? Und wo sind hier die Farben? Das Panorama befindet sich mitten in einem der intensivsten Verkehrsknotenpunkte in Konstanz. Der unaufhörliche Verkehrsfluss ist weder zu übersehen noch zu überhören. Der Autoverkehr prägt die Umgebung in besonderem Maße. Aus diesem Grund soll die Fassade vorübergehend mit Autos
„verkleidet“ werden, solange die vorgesehenen Metall-Fassadenpaneele noch eingelagert sind.
Hierfür wurden 22 Autos fotografiert, die innerhalb eines Zeitfensters von etwa einer Stunde am Gebäude vorbeigefahren sind und jeweils unterschiedliche Farben beziehungsweise Farbtöne aufweisen. Anschließend wurde aus diesen Fotografien eine Fotocollage erstellt. Ebenso laut und dynamisch wie der Verkehr auf der Straße wirken die Autos auch auf der Fassade.
Die Fotocollage soll nicht nur zeigen, wie 22 unterschiedliche, zufällig genommene Farben an einer Fassade wirken können. Die Fotocollage soll die Kommunikation eines Gebäudes mit seiner Umgebung und ihren gegenseitigen Einfluss thematisieren.


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