Innenausbaubaustelle . Asisi Panorama . Konstanz
24.-26. April 2026
WP Site Responsive Art . HTWG Konstanz . SoSe 26
mit Studierenden der Architektur (BA8 und MAR)
in Kooperation mit der Panorama Konstanz GmbH & Co. KG . Bauleiter Mike Vivas
Ortsbezogene Kunstwerke . Innenausbaubaustelle
DAS UNSICHTBARE SICHTBAR MACHEN
Jonas Baur . Zoe Kainacher . Laura Netzer . Carolina Steiner . Marc Windmüller
Die Baustelle des Asisi Panorama Turms ist für uns ein Ort der ständigen Veränderung und der flüchtigen Momente. Überall stoßen wir hier auf Dinge, die im Baustellenalltag kaum beachtet werden: Spuren im Staub, weggeworfene Reste oder das Echo der Arbeit im weiten Raum. Einzeln wirken diese Fragmente oft bedeutungslos oder gehen im Chaos unter. In unserem Projekt untersuchen wir, wie Masse und Verdichtung an diesem besonderen Ort sichtbar gemacht werden kann.
Wir machen das Unscheinbare greifbar, indem wir es sammeln. Ein einzelnes Teil nehmen wir auf der riesigen Fläche kaum wahr, doch wenn wir viele davon zusammenführen, entsteht eine Form, die wir nicht mehr ignorieren können. Durch das gezielte Sorteren und Gruppieren von alltäglichen Baustellensituatonen schaffen wir eine neue Ordnung. Was vorher verstreut war, wird durch die Menge zu einer präsenten Struktur, ein einfacher Haufen wird zum „Schatz“.
Dieses Prinzip des Sammelns übertragen wir auch auf andere Ebenen der Wahrnehmung, wie die der Geräusche: Während ein einzelnes Klopfen oder Rascheln in der Weite des Turms fast wie Stille wirkt, erzeugt die bewusste Schichtung dieser flüchtigen Klänge eine neue, unüberhörbare Präsenz. Das Sammeln wird so zu einer Verdichtung von Materie und Atmosphäre gleichermaßen.
Dabei beschäftigen wir uns mit der Dynamik von Gruppen: Wann wird aus vielen Einzelteilen eine Einheit? Was darf dazugehören (Inklusion) und was wird als Rest aussortiert (Exklusion)?
Indem wir Dinge verdichten und neu anordnen, fragen wir nach dem Wert des Einzelnen im Vergleich zur Masse. Wir suchen den Moment, in dem aus alltäglichem Material, oder flüchtigen Klängen, durch Zugehörigkeit und Sortierung etwas völlig Neues entsteht. Wir zeigen, dass die Dinge erst in der Summe einen echten Unterschied machen. So verwandeln wir das, was normalerweise im Hintergrund verschwindet, in ein bewusstes Bild und geben dem Unsichtbaren im Turm einen festen Platz.
FACES OF CONSTRUCTION
Larissa Divo . Heinrich Knödler . Lynn Kückelhaus . Lia Wölfle
Wer baut, hinterlässt Spuren. Doch die Gesichter dahinter werden im fertigen Bauwerk in der Regel unsichtbar. Wir wollten dies mit unserer Arbeit ändern das und die Handwerker:innen in den Fokus rücken, die viele Stunden Arbeit, Schweiß und Herzblut in das Bauwerk investiert haben.
Wir haben die Menschen auf der Baustelle porträtiert und sie zusammen mit den Werkzeugen, die sie täglich begleiten, fotografisch festgehalten.
Entstanden ist dabei ein Memory, bei dem man Arbeitende aus verschiedenen Gewerken ihren Werkzeugen zuordnen kann.
Farbe in Bewegung
Lisa Eckhardt . Marius Fischer . Dania Kramer . Ron Weiler
Das Sichtbarmachen von Spuren bildet den Ausgangspunkt des Projekts. Auf der Baustelle des Panorama-Turms in Konstanz werden Abfälle, Materialreste und zurückgelassene Gegenstände gesammelt und farblich sortiert.
Die Arbeit basiert auf der Neuinterpretation der zukünftigen Fassade des Panorama-Turms. Die geplante Farbigkeit, Blau als Bezug zum Wasser, Rot und Gelbtöne für die Landschaft der Reichenau sowie weiße Zwischenräume werden im Modell aufgegriffen und durch die sortierten Materialfragmente neu zusammengesetzt wird. Beim Vorbeifahren des Turms entstehen immer wieder neue Ansichten auf das Gebäude. Diese Idee der veränderten Wahrnehmung des Turm durch das Vorbeifahren wird im Modell sichtbar gemacht, indem die Anordnung der Materialien eine umlaufende und dynamische Bewegung erzeugt. Farbe, Perspektive und Wahrnehmung greifen ineiander.
So entsteht eine Fassade aus Spuren. Ein Zusammenspiel aus gefundenem Material, Farbordnung und räumlicher Bewegung, das die Baustelle selbst als gestalterischen Prozess sichtbar macht.
PANORAMA IM PANORAMA
Leonie Follert . Nora Martin . Klara Newels . Jeannette Vinitchi
Das Projekt Panorama im Panorama setzt sich mit dem Konstanzer Stadtbild und dessen Reduktion auf markante Elemente auseinander. Die von der obersten Etage des Panormaturms sichtbare Silhouette wird als negativer Scherenschnitt hervorgehoben. Die alte Rheinbrücke, die Kirchtürme und die Sentis-Bergkette werden herausgelöst, abstrahiert und in den Innenraum übertragen.
Die Umsetzung erfolgt über drei Transportgestelle, auf denen die ausgewählten Stadtmotive reduziert nachgebildet sind. Dabei kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz: Folie, wetterbeständige Fassadenplane und Vlies.
Die Gestelle werden direkt vor dem Panoramafenster positioniert und mit starkem Gegenlicht inszeniert. Dadurch erscheinen die Elemente ausschließlich als Schattenbilder und erzeugen den Effekt eines Scherenschnitts. Die bewusste Reduktion auf wesentliche Konturen ermöglicht eine Wiedererkennbarkeit der dargestellten Motive und lenkt den Blick auf deren charakteristische Silhouetten.
UN_RUND
Yonca Ana Comino Aydin . Paula Kramer . Thea Schäfer
Ungereimtheit von Planvorstellung und Raumgefühl in der Realität
Wer sucht, der findet
Nadine Fischer . Natalie Grözinger . Hanna Michalski . Saskia Teufel
Wer sucht, der findet
Ein Ort im Werden. Kein fertiger Raum, sondern ein Geflecht aus Linien, Resten und Übergängen.
Auf der Baustelle beginnt das Sehen neu.
Zwischen Kabeln, Rohren und Sicherungen erscheinen Formen, die sich nicht aufdrängen: ein „E“ im Vorbeigehen, ein „t“ am Boden, ein „m“ im Raster. Nichts ist zum Lesen gemacht und doch lässt es sich lesen.
Die Buchstaben sind gefunden, nicht entworfen. Sie entstehen im Dazwischen, im Zufall, im Moment der Aufmerksamkeit. Ein Alphabet im Unfertigen. Aus Fragmenten wird Sprache, aus Material werden Worte. Ein Raster, das sich selbst zusammensetzt. Wer sucht, beginnt zu sehen. Wer findet, hat gelesen.
